Elektrofähren - heute schon die Zukunft auf der Kieler Förde © https://pixabay.com/de/photos/kiel-f%c3%a4hre-kieler-f%c3%b6rde-laboe-1461461/
Während viele Städte noch darüber diskutieren, wie sie ihre Verkehrssysteme klimafreundlicher machen können, setzt Kiel bereits sichtbare Akzente auf dem Wasser: Elektrofähren zeigen, wie Mobilität sich neu denken lässt, leise & zukunftsorientiert. Die Ratsversammlung der Schleswig-Holsteinischen Landeshauptstadt ist überzeugt, für die Hafenstadt sei es ein Signal, dass Zukunftsfähigkeit im Alltag der Menschen, die hier leben, pendeln und arbeiten, jetzt beginnt.
Durch den Einsatz von mittlerweile sechs Hybrid- und vollelektrisch angetriebenen Personenfähren wickelt die städtische Schlepp- und Fährgesellschaft SFK den ÖPNV auf der Förde mit deutlich weniger CO2-Emissionen ab.
2020 wurde mit der MS Gaarden die erste Plug-in-Hybridfähre an der deutschen Ostseeküste von der SFK in Betrieb genommen. 2021 kam die erste vollelektrische Fähre in Kiel zum Einsatz. Die Bürgermeisterin Renate Treutel betonte bei der Schiffstaufe: „Die Neuausrichtung des Fördefährverkehr auf elektrische und hybride Lösungen ist ein wichtiger Schritt in die richtige Richtung."
Diese Schiffe kosten im Schnitt knapp über 3 Millionen Euro und sind mit zwei Fahrmotoren ausgerüstet, die aus Batteriepaketen gespeist und von einer Fotovoltaik-Anlage mit Energie versorgt werden. Am Bahnhofskai und in Dietrichsdorf wurde die notwendige Ladeinfrastruktur gebaut. So wird ein dauerhafter Betrieb von 13 Stunden ermöglicht, bevor die Batterien wiederaufgeladen werden müssen.
Die Elektrofähren in Kiel laufen relativ problemlos. Das ist nicht überall der Fall: Auf der Schlei verzögert sie die Inbetriebnahme der Missunde III immer wieder, weil sie bei höheren Windgeschwindigkeiten versagt.
Währenddessen denkt Kiel schon wieder an den nächsten Schritt, an autonom fahrende Fähren. Ein erster Prototyp soll 2028 auf der Schwentinemündung zwischen Dietrichsdorf und Wellingdorf eingesetzt werden. Wirtschaftsminister Claus Ruhe Madsen unterstützt das Projekt und sieht große Chancen für das Land: „in der Entwicklung und dem Bau klimaneutraler schiffe und Antriebstechnologien", es ginge auch darum, „unsere maritime Branche im Land mit ihren 2300 Betrieben und 37000 Beschäftigten wetterfest zu machen". Das sagte er kürzlich auf einem maritimen Zukunftsdialog.
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