Kiel. 125 Meter lang, 21 Meter breit und von Bug bis Heck voller modernster Forschungstechnik: Das ist die FS METEOR IV, das neue Flaggschiff der Deutschen Meeresforschung. Das Schiff ähnelt stark dem Vorgänger FS SONNE von 2014, ist jedoch technisch auf dem aktuellsten Stand.
Neu ist, dass die METEOR IV vom GEOMAR in Kiel betrieben wird. Die Reederei Briese Research bereedert sie, wie bereits auch sieben weitere deutsche Forschungsschiffe.
Marc Petrikowski von Briese Research, den wir auf dem Forschungsschiff ALKOR in Kiel trafen, verfolgt den Bau interessiert. "Ich hoffe, dieses Schiff auch fahren zu dürfen", sagt er.
„Ich hoffe, dieses Schiff auch fahren zu dürfen."
Marc Petrikowski
Seelotse in Bremerhaven und Kapitän von Forschungsschiffen
Alle Forschungsschiffe gehören der Bundesrepublik Deutschland,
bei METEOR IV vertreten durch das Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt (BMFTR).
Das Schiff kann beinahe zwei Monate lang ununterbrochen auf See bleiben und soll außergewöhnlich viel im Einsatz sein, nämlich an 345 von 365 Tagen. Es bietet Platz für 36 Besatzungsmitglieder und 35 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler.
Für diese sind siebzehn Labore eingerichtet, unterteilt in sogenannte Trocken-, Nass-, Klima- und Chemielabore.
Zur Ausstattung zählen auch zwölf Kräne und wissenschaftliche Hebezeuge, mit denen Equipment von einfacher Arbeitsausrüstung zur Probenentnahme bis hin zu bemannten und unbenannten Tauchrobotern zu Wasser gelassen werden kann.
Besonders leise läuft der Antrieb, der die Schallsensoren für die Forschung möglichst wenig stört. Das Antriebssystem heißt Voith Schneider und kann das Schiff punktgenau positionieren.
Die METEOR IV ist weltweit das erste Forschungsschiff, das damit ausgestattet wird.
Gebaut wurde es in der Papenburger Meyer Werft, bekannt für große Kreuzfahrtschiffe, begleitet und im Bautagebuch dokumentiert vom „Projektträger Jülich". Derzeit wird sie in der Fassmer-Werft an der Weser ausgerüstet, die für den Bau des Schiffs mitverantwortlich ist und auch die Seenotrettungskreuzer und -boote der Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger (DGzRS) baut.
2026 soll die METEOR IV in Kiel in Dienst gestellt werden.
Lange wird sie dort aber nicht bleiben, da sie so gut wie immer unterwegs sein wird, im Atlantik, in der Nordsee und im Mittelmeer. Ihre erste Mission steht schon fest: Sie nimmt an der einjährigen Forschungskampagne FUTURO vor der Westküste Afrikas teil.
Die METEOR IV ersetzt die beiden Forschungsschiffe METEOR III und die POSEIDON, die ebenfalls am GEOMAR lief und schon 2019 außer Dienst gestellt wurde.
Die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler freuen sich bereits, ein neues Schiff zur Verfügung gestellt zu bekommen, den Weltmeeren damit weitere Geheimnisse zu entlocken und einen weiteren Beitrag zur Klimaforschung leisten zu können.
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