Geflügelpest im Kreis Segeberg

Jördis Wortmeier, 8a, Dahlmannschule 22. November 2025 5 Kommentar(e)

Ich wohne auf einem Bauernhof mit 720 Hühnern und berichte über die Geflügelpest aus eigener Erfahrung. Allgemein kann ich sagen, dass die Geflügelpest schon sehr lange im Umlauf ist, aber erst seit dem 01.11.2025 wieder im Kreis Segeberg aufgetreten ist. Am gleichen Tag folgte die Aufstallungspflicht für Geflügelhalter über 49 Tieren. Fünf Tage später, also am 6.11.25, galt diese dann für alle.

Es betrifft hauptsächlich Vögel kann aber auch in seltenen Fällen Menschen betreffen. Die Überträger sind meist Zugvögel wie Kraniche oder Gänse. Weitere Überträger sind Tiere wie Füchse, Ratten oder Katzen, die die betroffenen Vögel fressen und dann den Virus weiter verteilen, weil sie selbst daran nicht sterben.

Wenn man einen toten Vogel findet, muss man dem Kreis Bescheid geben. Das heißt, es gibt eine Meldepflicht. Die Geflügelgrippe endet meistens tödlich. Wenn Geflügel im Stall betroffen ist, werden diese gekeult, um ihnen das Leid zu ersparen und die Verbreitung des Virus zu verhindern. Dies passierte am 13.11.25 in Wakendorf 1. Es wurden 11.000 Legehennen gekeult und das Wochenende darauf vom 15.11 bis 16.11 wurden nochmal hunderte Gänse und Enten im gleichen Ort gekeult. Danach wurden eine Schutzzone von drei Kilometern und eine Überwachungszone von zehn Kilometern erteilt. Außerdem gilt ein Marktverbot für Geflügelprodukte und ein Kaufverbot von Geflügel.

Viele Eierkunden fragen sich, ob die Stallpflicht schlimm für die Hühner ist. Natürlich langweilen sich die Hühner und sie können auch nicht mehr, wie gewohnt, draußen scharren und picken, aber das ist besser, als zu erkranken und zu sterben.

Darf man die Eier noch als Freilandeier bei Stallpflicht verkaufen? Ja, 16 Wochen lang darf man die Eier noch als Freilandeier verkaufen. Nach dieser Frist muss man die Eier mit Bodenhaltung kennzeichnen.

Sobald man in einer der Sperr- oder Überwachungszone ist, braucht man eine Ausnahmegenehmigung, um die Eier weiter verkaufen zu dürfen.

Wie sieht es mit der Legeleistung bei der Stallpflicht aus? Die Stallpflicht wirkt sich nicht negativ auf die Legeleistung aus - eher im Gegenteil. Die Hühner verbrauchen nicht mehr so viel Energie draußen und legen so mehr Eier. Trotzdem muss man versuchen, etwas gegen die Langeweile anzubieten, da die Hühner sich sonst gegenseitig bepicken. Bei uns bekommen sie jeden Tag etwas zum Picken - ob Kürbisse, die an Halloween nicht verkauft worden sind oder Maiskolben, die wir in der Maisernte nachgesammelt haben - die Hühner haben etwas zu tun.

Die Stallpflicht ist schon eine Vorsichtsmaßnahme, aber es gibt noch viele mehr. Man muss Desinfektionswannen vor den Hühnerställen aufstellen und andere Schuhe im Hühnerstall tragen als die, mit denen man schon über Stock und Stein gelaufen ist. Aber keine Sorge, die Eier sind trotzdem noch genauso lecker wie vorher!

 
5 Kommentar(e)
  1. A.K
    24. November 2025

    Tolle Formulierung!
  2. Elcin
    24. November 2025

    Ich finde du hast es gut erklärt und deine Reportage hat auch viele informationen
  3. Marie
    24. November 2025

    Das ist ein sehr spannendes Thema! Ich selbst habe auch normalerweise Kontakt zu Hühnern, weil eine Alpaka Herde, um die ich mich kümmere neben einem Hühnerstall steht. Daher habe ich auch schon von derGeflügelpest bei uns gehört. Doch so viel wusste ich noch nicht…
  4. Lotta
    24. November 2025

    Ich finde du hast viele Informationen in deine Reportage hinein gebracht und sie sehr ausfühlich geschrieben.
  5. H.P
    24. November 2025

    Sehr schön geschrieben!

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