Generative KI – der Jobkiller in der IT? 2

Nicolas 24. November 2025

Der dort tätige Dr. Eike Meyer erklärt sich für ein Online-Meeting bereit, er forscht zu generativer KI und ist ein Projektleiter im Team von Prof. Doris Weßels, welche auch in dem Bereich tätig ist und mir per E-Mail eine amerikanische Studie geschickt hat, welche die Ersetzbarkeit von verschiedensten Berufsfeldern zeigt. Zum Beispiel wird in der Softwareentwicklung zu 81% bereits generative KI verwendet, aber fast gar nicht vollkommen ersetzt.
Der aktuelle Stand der Dinge bei KI sei für ihn sehr unüberschaubar, "Keiner auf diesem Planeten weiß darüber Bescheid, alle paar Tage oder sogar Stunden ändert sich etwas".
Aktuelle Zahlen zum jetzigen Arbeitsmarkt kenne er nicht, aber Stellenabbau durch generative KI sei durchaus schon im Gange, aus mehreren Gründen. In fast jedem Unternehmen, auch außerhalb des IT-Bereichs würde mittlerweile künstliche Intelligenz eingesetzt werden, schon aufgrund der Mitarbeiter.
Generative Sprachmodelle machen zu häufig Fehler, es würden sogenannte "Halluzinationen" auftreten, so Dr. Meyer. Das sei, wenn eine künstliche Intelligenz sich Antworten ausdenkt. Das gefährliche sei daran, dass die Fehlinformation so täuschend echt rübergebracht wird. Unerfahrene Mitarbeiter könnten diese nicht so gut erkennen wie solche, die schon lange auf einem Gebiet tätig sind. Dazu sei man jetzt effektiver, also werden jüngere häufiger nicht gebraucht.
Auf der anderen Seite seien aber jüngere Mitarbeiter flexibler, würden sich schneller an neue Dinge anpassen. Erfahrene, die sich schon quasi spezialisiert hätten, würden "sich zu sehr an ihr Wissen festklammern".
Obwohl durch generative KI alles effizienter werde, sieht er keine großen Umsatzveränderungen für die Branche, man würde zwar mehr schaffen, aber der Gewinn werde sich nicht sehr verändern, es könnten aber die Preise für Kunden sinken. Zudem sei es immer natürlich vom Unternehmen abhängig. Manche beschäftigten sich mehr, manche weniger mit der neuen Technologie.
Es gibt sehr viele unterschiedliche IT-Bereiche, von der Spieleentwicklung bis hin zur Hardware, aber es seien eigentlich alle mehr oder weniger betroffen. Natürlich mache es einen Unterschied, ob man einfach nur Code schreibt oder Computer zusammensetzt, aber letztendlich laufe es darauf hinaus, dass es viel einfacher ist, an Wissen heranzukommen. Es brauche kaum noch Leute mit speziellem Fachwissen.
Ein großes Problem der generativen KI ist, dass ein Sprachmodell nicht immer, wenn es das überhaupt kann, angeben wird, woher es diese eine bestimmte Information hat und wie man sie überprüfen kann. Zudem sind viele Daten urheberrechtlich geschützt oder sie verletzen Persönlichkeitsrechte, weil sie eigentlich privat sein sollten, Google hat beispielsweise schon seine Mitarbeiter vor ChatGPT gewarnt. In den USA würde sich der "Wilde Westen des KI-Forstschritts" mittlerweile normalisieren, es würden schon Trainingsdaten gekauft werden, anstatt sie einfach zu verwenden.

 
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