Großes Herz für kleine Hasen

L.B. DMS, 8a 19. November 2025 29 Kommentar(e)
© Birte Heckel-Neubert

Seit 2009 kümmert sich Birte Heckel-Neubert in ihrer Aufzuchtsstation in Schellhorn um Feldhasen und Wildkaninchen in Not. Doch ihre Arbeit ist alles andere als mit Kuscheltieren spielen...

Am frühen Morgen schrillt das Telefon, als Birte noch beim Frühstück sitzt. Die Anruferin hat ein verletztes Hasenbaby gefunden, das ihre Katze gefangen hatte. Eine Katze also - wie bei zwei Dritteln der Fälle. Zunächst schickt Birte die Frau am Telefon mit dem Hasen zum Tierarzt, wo er untersucht werden muss, bevor er von ihr aufgezogen werden kann. Sie seufzt traurig, denn sie weiß, dass sie nicht jedes Tier retten kann. Das musste sie schon ganz am Anfang erleben, als sie selbst zwei Feldhasenbabys fand und nur einer der beiden überlebte. Durch dieses Erlebnis kümmerte Birte sich intensiv um den Kleinen und wurde schließlich in diesem Ehrenamt tätig.

In ihrem Garten hat Birte separate Ausläufe eingerichtet, in denen sie die Tierkinder liebevoll pflegt und füttert, bis sie wildtierfähig sind. In einer Ecke kuscheln sich zwei Wildkaninchen eng aneinander, ihr hellbraunes Fell sieht ganz weich aus und darunter wirken ihre Körper völlig zerbrechlich. Es raschelt, als einer der Kleinen durch die Äste, die als Versteck dienen, hoppelt. Dann hebt Birte ihn vorsichtig mit einem Handtuch hoch. Man sieht, dass sie das nicht zum ersten Mal macht und Frau und Tier viel Vertrauen zueinander haben. Das kleine Stupsnäschen des Babys wippt rhythmisch auf und ab, als es aus der Flasche trinkt, die Birte ihm hinhält. 

In freier Wildbahn werden die Kleinen jede Nacht von ihrer Mutter gesäugt. Birte hingegen muss ihren Schützlingen alle drei bis vier Stunden Nahrung geben. „Mittlerweile werde ich nachts aus Gewohnheit wach und stelle mir gar keinen Wecker mehr", berichtet sie. Doch an ihrem herzlichen Lachen erkennt man, dass ihr das nichts ausmacht.

Jetzt, im Herbst, befinden sich zehn Tierkinder in Birtes Obhut. Doch schon bald wird es ruhiger werden, denn die Babys werden vor allem von April bis Oktober zu ihr gebracht, wo Hasen und Kaninchen ihre Jungen kriegen.

Mittlerweile hat Birte über 2000 Jungtiere gepflegt, von denen sie ca. 50 % auswildern konnte. Jedes davon ist ein großer Erfolg für Naturschutz und Artenerhaltung. „Der Feldhase ist im Bundesgebiet schon gefährdet und das Kaninchen gilt als potenziell gefährdet. Wir sollten es nicht so weit kommen lassen, dass sie auf der Roten Liste landen. Deshalb liegt es mir so am Herzen, den Tieren zu helfen", sind Birtes berührende Worte dazu. Allerdings kostet ihr Job einiges: Zeit, Herzblut und leider auch eine Menge Geld. Deshalb ist die Hasenmama bereits in sozialen Netzwerken aktiv, um auf ihre Arbeit aufmerksam zu machen und um Spenden zu bitten.

Beruhigend flüstert Birte auf das Kaninchen ein, während es zufrieden schmatzt. "Sie sind einfach so niedlich", schwärmt sie lächelnd. Eines ist klar: Menschen wie Birte können die Welt ein kleines Stück besser machen und manchmal sogar Leben retten - wie das der kleinen Hasen.

 

 

 

 

 
29 Kommentar(e)
  1. Marie
    24. November 2025

    Das ist ein sehr spannendes Thema. Ich habe mir noch nie Gedanken darüber gemacht, was mit den kleinen Häschen passiert, wenn sie ihre Mutter verlieren oder verletzt sind. Eine sehr spannende Reportage!
  2. Lykka V.
    24. November 2025

    Ich finde deinen Text interessant, man konnte etwas in den Alltag von Birte und ihren Schützlingen hinein schnuppern. Ich finde einem ist gar nicht so bewusst das auch Feldhasen in Not sein können und Hilfe benötigen.
  3. Elcin
    24. November 2025

    Ich finde du hast dein Text ausführlich beschriebenund deine Inhalte gefallen mir. Du hast auch sehr viele Informationen gesagt
  4. K.W
    24. November 2025

    Du hast dein Text sehr anschaulich und interessant geschrieben. Man hat sich gefühlt als ob man live bei ihrer Station gewesen wäre. Und das macht eine gute Reportage aus :)
  5. M.M
    24. November 2025

    Ich finde deine Reportage undfassbar gut, denn man konnte sich richtig vorstellen, als ob man dort wäre und das macht eine gute Reportage aus!
  6. Mrs. P.
    24. November 2025

    Hallöle, ich liiiiiebe Hasen und Kaninchen so sehr! Was ein tolles und wichtiges Projekt. Ich wusste bisher gar nicht, dass es so was auch für Kaninchen und Hasen gibt. Was für eine tolle engagierte Frau! Danke, für die gute Reportage. Man hat einen guten Einblick in ihre Arbeit bekommen. Gepaart mit den gelungenen epischen Erzählungen zwischendrin- maga! Am liebsten würde ich auch einen Hasen auf den Arm nehmen und kuscheln!!! Dieser Beitrag hat mich so sehr inspiriert, wenn ich groß bin, möchte ich unbedingt auch Hasen und Kaninchen helfen- so wie Birte.
  7. Birte
    24. November 2025

    Du hast sehr genau recherchiert und alles so wunderbar geschrieben, dass man in deinem Artikel von Anfang an bis zum Ende so mitgenommen wird. Ganz toller Bericht!
  8. K.F.
    24. November 2025

    Mir gefällt der Artikel ausgesprochen gut! Man ist beim Lesen fast traurig, dass er zuende geht, denn man wird richtig in die Arbeit von Frau Neubert mit hineingenommen und möchte wissen, wie es weitergeht. Die Sprache ist absolut angemessen, klar, verständlich und trotzdem nicht langweilig. Ich warte auf eine Fortsetzung des Artikels und hoffe, dass viele die Arbeit der Wildkaninchenhilfe unterstützen.
  9. D. Oe.
    24. November 2025

    Danke für diese Reportage. So ein wichtiges Thema, das dringend mehr Aufmerksamkeit braucht. Du hast mit diesem Beitrag nicht nur ein sprachlich toll gestaltetes und spannendes Leseerlebnis geschaffen, sondern auch Birte und all den Hasen und Kaninchen eine Stimme gegeben. Weiter so!
  10. Anna-Terese W.
    24. November 2025

    Dieser Beitrag hat mich so unfassbar begeistert. Nicht nur vom Thema her. Ich möchte den Fokus besonders auf diese außergewöhnliche sprachliche Kompetenz legen. Diese wunderbare Schilderung der Tätigkeit von Frau Heckel-Neubert mit den Hasen, die sich durch die ganze Reportage zieht lässt das ganze so authentisch und nahbar wirken. Man hat direkt so ein Mitgefühl und Empathie für die Tierchen entwickelt. Wenn ich das richtig verstanden habe ist der/die Schüler/-in erst in der 8. Klasse. Tolle Leistung!
  11. I.M
    24. November 2025

    Danke für die interessante Reportage, herzliche Grüße an die Redakteurin
  12. Elke
    24. November 2025

    Wirklich gut geschrieben, ich sehe Birte geradezu vor mir. Das war ein richtig interessanter Einblick in ein Thema, über das ich mir bisher noch keine Gedanken gemacht habe. Danke dafür
  13. M. K
    24. November 2025

    Ich finde den Text voll interessant, weil er zeigt, wie gut Birte sich um die Tiere kümmert. Es ist echt süß, wie sie die kleinen Hasen rettet
  14. M. K
    24. November 2025

    Ich finde den Text voll interessant, weil er zeigt, wie gut Birte sich um die Tiere kümmert. Es ist echt süß, wie sie die kleinen Hasen rettet
  15. J.
    24. November 2025

    Schöner Beitrag, der sowohl die harten als auch schönen Momente dieses Engagement aufzeigt. Weiter so!
  16. C.B.
    24. November 2025

    Du hast den Text wirklich sehr toll geschrieben!! Das war so anschaulich und interessant von dir formuliert, dass ich die ganze Zeit die entsprechenden Bilder dazu im Kopf hatte. So konnte ich richtig tief mit in diese tolle Geschichte eintauchen! Wie großartig, dass es so tolle Menschen gibt, wie Frau Heckel-Neubert!!! Hoffentlich macht sie das noch viele Jahre weiter!!!!!
  17. Jana
    25. November 2025

    Schöner Artikel :)
  18. Barbara
    25. November 2025

    Dieser Beitrag schildert wunderbar die z.T. mühevolle Arbeit und große Tierliebe, die nötig sind um die kleinen ,manchmal winzigen Findlinge aufzuziehen. Ich hatte selbst schon Gelegenheit, die Winzlinge zu sehen und ich bewundere Birtes großartigen Einsatz.
  19. Birgit Heubaum
    25. November 2025

    Ein wirklich sehr toller Beitrag! Und wie wahr! Ich kenne Birte persönlich und ihre Arbeit ist einfach Gold wert! Ich freue mich da sehr, wenn ihre Arbeit weiter publik gemacht und unterstützt wird! Ganz doll liebe Grüße, Birgit Heubaum, Scharbeutz
  20. Kira
    26. November 2025

    Liebe L. Wir kennen uns schon ein ganzes Weilchen, denn du warst einmal mein Kindergartenkind. Schon im Kindergarten haben wir durch meine ehrenamtliche Tätigkeit im Tierschutz so einige tierische Erlebnisse und Geschichten erfahren. Umso mehr freue ich mich, dass du noch immer ein Tierfreund bist und dich solch einem wichtigen Thema widmest. Birte macht eine grossartige Arbeit, du hast darüber einen fabelhaft, sehr schön zu lesenden Bericht verfasst. Von mir bekommst du alle drei Sterne und ich hoffe das du einen ganzen Sternenhimmel zusammen bekommst. Herzlichste Grüße von KIRA und der TIERISCHEN TRUPPE
  21. U.G.
    26. November 2025

    Der Beitrag ist sehr gut gelungen, informativ und anschaulich geschrieben. Vielen Dank für diesen Einblick in Birtes Arbeit!
  22. Kira-Sophia Zett
    26. November 2025

    Liebe L. wir kennen uns ja schon ein ganzes Weilchen, denn du warst einmal mein Kindergartenkind. Schon im Kindergarten haben wir durch meine ehrenamtliche Tätigkeit im Tierschutz so einige tierische Erlebnisse und Geschichten erfahren. Umso mehr freue ich mich, dass du noch immer ein Tierfreund bist und dich solch einem wichtigen Thema widmest. Birte macht eine großartige Arbeit, du hast darüber einen wirklich fabelhaft, sehr schön zu lesenden, Bericht verfasst. Von mir bekommst du alle 3 Sterne und ich hoffe, dass du einen ganzen Sternenhimmel zusammenbekommst. Herzlichste Grüße von Kira und der Tierischen Truppe
  23. Rieke
    26. November 2025

    Sehr gut und authentisch geschrieben
  24. Rieke
    26. November 2025

    Sehr gut und authentisch geschrieben
  25. Swenja
    27. November 2025

    Sehr schöner Bericht und Birte leistet wirklich tolle Arbeit. Meinen vollsten Respekt dafür.
  26. Aurora
    27. November 2025

    Der Text ist toll geschrieben und Birte macht eine super Arbeit. Birte hat unfassbar viel wissen und es ist sehr bewundernswert was sie leistet. Definitiv 3 Sterne
  27. Uli
    27. November 2025

    Ich finde es ganz toll, wenn junge Menschen sich für unsere Tiere und unsere Natur interessieren und ganz besonders toll, ist es dann auch darüber so einen tollen Artikel zu schreiben um so mehr Menschen für die Probleme der Tiere zureichen!
  28. Birgit Lehmann
    27. November 2025

    So warmherzig und voller Gefühl...da geht jedem Tierliebhaber das Herz auf ❤️
  29. Ulla
    21. Dezember 2025

    Eine sehr lebendige Schilderung über Birtes Alltag. beim Lesen Deines Berichtes habe ich die Hasenkinder "in der Hand gehabt" und ihnen gut zugeredet. Die Auswahl Deiner Worte hat mir gefallen.

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