Künstliche Intelligenz in der Musik

Henri Löper, WPK Medienpraxis Lütjenburg 21. November 2025 1 Kommentar(e)
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Ist die Zeit der menschengemachten Musik bald zu Ende?

Künstliche Intelligenz entwickelt sich immer weiter und wird schon jetzt in den verschiedensten Bereichen benutzt, wie zum Beispiel Foto und Videoerstellung oder Bildbearbeitung.

Aber auch in der Musik ist KI bereits angekommen und findet hier einen Nutzen bei dem Komponieren von Musik. Somit vereinfacht es zum Beispiel unerfahrenen Komponisten, eigene Musik zu erstellen. Sie hilft Melodien, Akkordfolgen, Rhythmen oder ganze Liedstrukturen zu erstellen. Es können Begleitstimmen erstellt werden, die zu einer bestimmten Melodie passen, aber KI kann auch Stimmen entfernen (zum Beispiel zum Mitspielen oder -singen) und noch Vieles mehr. Es ist auch möglich, mit KI-Tools ganze Lieder per Text zu erstellen, in denen auch gesungen wird.

Nach deutschem Urheberrecht kann eine KI kein Schöpfer sein, und wenn der menschliche Beitrag zu gering ist, um selbst als Werk zu gelten, ist das Ergebnis mangels "persönlicher geistiger Schöpfung" wahrscheinlich gemeinfrei.

Dazu kommt, dass die KI durch Musik lernen muss, die bereits existiert, damit sie überhaupt weiß, wie Stücke aufgebaut sind und was einem Menschen gefällt. Die Künstler, Songwriter oder Labels werden in den meisten Fällen weder gefragt noch bezahlt, wenn deren Lieder zum Lernen der KI benutzt werden.

Außerdem besteht die Angst, dass der Mensch als Komponist gänzlich von KI ersetzt wird. Durch den kürzlichen Rechtsstreit zwischen der Gema und OpenAI, der Firma hinter ChatGPT, kommt langsam Licht in das Dunkle. Das Landgericht München hat das Anlernen von KI mit urheberrechtlich geschützter Musik als Verstoß gegen das Urheberrecht gewertet, was ein Erfolg ist, da zum ersten Mal bei KI rechtliche Konsequenzen gezogen wurden.

The Valvet Sundown ist eine Band, die sich hauptsächlich auf Indie-Rock wie aus den Siebzigern spezialisiert hat. In zwei Monaten wurden drei Alben veröffentlicht, mit jeweils 13 Liedern. Für einen Menschen alleine wäre das unmöglich, aber mithilfe von künstlicher Intelligenz, ist das kein großer Aufwand. Es handelt sich dabei um ein Projekt, das von einer Person betrieben wird. Auf Spotify hat die Band über 200 Tausend monatliche Hörer/innen und bei ihrem Topsong 3,6 Millionen Aufrufe.


„The Valvet Sundown" demonstriert den kommerziellen Erfolg von KI-generierter Musik, legt jedoch auch die grundlegenden Probleme offen: Die unklare Rechtslage beim Training, wie das GEMA-Urteil zeigt, sowie die Unsicherheit über die Rechte am fertigen Werk stehen der Angst der Komponisten gegenüber, ersetzt zu werden. Es ist für die Branche nun von großer Bedeutung, eine Definition dafür zu finden, ob KI ein Werkzeug bleiben oder menschliche Kreativität ersetzen soll. 

 
1 Kommentar(e)
  1. Smilla
    26. November 2025

    Danke für den tollen Artikel, ich wusste nicht viel über künstliche Intelligenz in der Musik bis jetzt.

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