Mikroplastik - so klein und so gefährlich

Bushra Waseem Ashraf, WPK Nachhaltigkeit, MPS Kiel 23. November 2025 4 Kommentar(e)
Im Meer zerfällt Plastik zu Mikroplastik © https://pixabay.com/de/photos/fangnetz-geisternetz-plastikm%c3%bcll-3289548/

Heutzutage ist Mikroplastik überall: im Meer, in der Luft, im Boden und somit auch in unserem Körper. Wie es dazu kommt und was es damit auf sich hat, erfährst du im Laufe des Textes. Aber zuerst: Was ist Mikroplastik? Mikroplastik sind winzige Kunststoffteilchen mit einer Größe von unter 1 mm. Es entsteht hauptsächlich durch Abrieb (z.B. Reifenabrieb), das Waschen von Textilien, das Verblassen von Farben und Lacken sowie das Hinzufügen in Produkten, wie z.B. Peelings. Wenn größere Plastikteile zu Mikroplastik zerfallen, werden Schadstoffe freigesetzt, mit denen sie angereichert sind. So geraten Substanzen mit hormonell wirksamer, nervenschädigender oder krebserregender Wirkung in die Umwelt, werden von Tieren aufgenommen, gelangen über die Nahrungskette in den menschlichen Körper und führen zu fatalen Folgen. Studien deuten darauf hin, dass Mikroplastik im Körper Entzündungen auslösen, Organe beschädigen, Atemwegs- und andere Erkrankung fördern und als Transport für gefährliche Chemikalien dienen kann.
Dabei muss man beachten, dass die Auswirkungen im Körper von den Eigenschaften der einzelnen Partikel abhängig sind. Somit gibt es auch Mikroplastik, das möglicherweise keinen Einfluss auf den Körper hat. So sagte Prof. Christian Laforsch anhand einer seiner Studien mit Polystyrol Kügelchen: „Nur bestimmte Partikel mit bestimmten Eigenschaften sind verantwortlich wahrscheinlich für die Effekte, die man dann sieht und andere Partikel mit anderen Eigenschaften haben möglicherweise gar keinen Effekt auf die menschliche Gesundheit, aber eben auch nicht auf die Umweltgesundheit."
Langfristige Folgen sind nicht weiter bekannt und werden intensiv erforscht. Mikroplastik schadet nicht nur den Menschen, sondern verletzt durch die Schadstoffe auch Tiere und die Umwelt. In unseren Ozeanen schwimmt schätzungsweise 80 bis 150 Millionen Tonnen Plastik. Ökosysteme wie Korallenriffe werden in ihrem Wachstum gehindert, was die Artenvielfalt verringert. Ein weiteres Problem ist die Zersetzung von Mikroplastik, da diese sehr langsam und unvollständig erfolgt. Plastik reagiert nur schwach mit biologischem Gewebe oder Flüssigkeiten, weshalb es kaum mineralisiert – so nennt man die Umwandlung von organischem Material wie Pflanzen in anorganische Nährstoffe wie Wasser. Somit werden Mikroplastik-Partikel zwar durch Zerfall über mehrere hundert bis tausend Jahre kontinuierlich kleiner, können aber nie vollständig zersetzt werden. Deshalb ist es wichtig, einen bewussten Umgang mit Plastik zu haben und besonders auf Einwegplastik zu verzichten, um zur Reduzierung des Problems beizutragen.

 
4 Kommentar(e)
  1. F.G
    27. November 2025

    Toll!
  2. Mason
    27. November 2025

    Ein Wundervoller Beitrag
  3. Hans
    27. November 2025

    Echt informativer Text über Mikroplastik, so detailreich hab ich das noch nie gesehen. Echt schön!!!
  4. Ben
    27. November 2025

    Sehr detailreicher und informativer Beitrag

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