Mobbing und Lästern ist ein ernstes Thema an den Schulen, dass viele Schüler und Schülerinnen belastet.
Lia. K (Name geändert) kommt morgens nicht aus dem Bett. Sie hat keine Krafft und auch schon Angst davor, zur Schule zu gehen, da ihre Mitschüler nicht gerade nett zu ihr sind. Trotzdem rafft sie sich auf und macht sich fertig. Als sie Richtung Tür gehen will, spricht ihre Mutter sie an, dass sie noch Frühstück essen soll. Mina hat aber gar kein Hunger, also geht sie ohne Essen zur Schule. Als sie den Klassenraum betritt, merkt sie, dass die acht Mädchen in der letzten Reihe sie angucken und lachen. Ihre Freundinnen begrüßen sie nicht einmal. So geht das den ganzen Tag. Abends nach den Hausaufgaben liegt sie im Bett und überlegt: "Warum hasst mich jeder? Bin ich so ein schlechter Mensch?"
So wie Lia geht es vielen und oft wissen sie auch gar nicht, dass das schon eine Form von Mobbing ist. Jeder sechste Schüler ist von Mobbing betroffen. Aber wie kommt es überhaupt zu Mobbing? Meist geht es den Tätern selbst nicht so gut und sie hegen einen Groll gegenüber denjenigen, denen es besser geht. Also sind sie neidisch, z.B. auf gute Noten. Aber es kann auch sein, dass der Täter Selbstzweifel, Kontrollsucht hat oder von eigenen Fehlern ablenken möchte. Häufig gibt es einen Täter und andere Mitläufer, die den Drang haben, dazuzugehören, damit sie nicht selbst zum Opfer werden. Oft werden Kinder mit Besonderheiten, guten Leistungen, Behinderungen oder Störungen (z.B. Identifikationsstörung) gemobbt.
Es gibt verschiedene Arten von Mobbing: direktes Mobbing, indirektes Mobbing und Cybermobbing. Anzeichen von direktem Mobbing sind körperliche Gewalt, Beleidigungen, Sachbeschädigung und offensichtliches/lautes Lästern, während indirektes Mobbing eher Lästern hinter dem Rücken und Ausschließen betrifft. Cybermobbing findet stattdessen online statt, wobei es sich auch um Beleidigungen und Ausgrenzung handeln kann, doch auch um die Veröffentlichung von Bildern oder Videos.
In leichten und mittleren Fällen von Mobbing leiden die Opfer unter Motivationsverlust, Schlafstörungen und einem geringeren Selbstwertgefühl. In schweren Fällen kann Mobbing auch zu Angst und Stressstörungen, Depressionen, PTBS und Suizidalität führen. Doch nicht nur mit dem Opfer stellt Mobbing etwas an, sondern es hat auch Auswirkungen auf Freundschaften, die am Ende in Kontaktabbrüchen enden können.
Aber was kann man gegen Mobbing tun?
Falls möglich, kann man als Opfer anfangen, Beweise zu sammeln, den Mobber ansprechen, sein Selbstbewusstsein stärken und Hilfe suchen.
Als Außenstehender kann man das Opfer erst einmal stärken und verteidigen, mit dem Mobber sprechen und auch wieder Hilfe holen.
Mit Mobbing geht es jedem schlecht: Täter, Mitläufer, Opfer - egal, ob direktes, indirektes oder Cybermobbing. Es kann im schlimmsten Fall sogar zum Suizid führen. Hilfe gegen Mobbing findet ihr bei der Nummer gegen Kummer (116 111) und bei Organisationen wie Zeichen gegen Mobbing e.V. oder Aktion Mensch.
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