Ohne Smartphone in der Gesellschaft?

Gymnasium Altenholz Gymnasium Altenholz 16. November 2017

Ohne Smartphone in der Gesellschaft?

Direkt nach dem Aufstehen schaust du sofort auf dein Smartphone, um zu checken, ob du neue Nachrichten bekommen hast. Ohne es wahrzunehmen, schaust du die ganze Zeit auf dein Handy, während du dich mit deinen Freunden triffst: Instagram, Snapchat, Twitter, nichts willst du verpassen.

In der heutigen Zeit ist das Smartphone für 78% der Deutschen (www.heise.de) ein Must-have. Die Kinder, die heutzutage aufwachsen, kommen um das Thema „Smartphone" gar nicht herum.

Ich selbst besitze auch eines und kenne persönlich keinen aus meinem Freundeskreis, der keines hat. Viele Leser werden dies auch für selbstverständlich halten, was es in dieser Gesellschaft ja auch ist. Das Smartphone ist den ganzen Tag in Gebrauch, sei es als Wecker, zum Navigieren im Auto, zum Essen bestellen und das Selbstverständlichste, zum Kontaktieren seiner Freunde und Familie.
Aber gibt es überhaupt noch junge Menschen in der heutigen Zeit, die gar kein Smartphone besitzen?
Tatsächlich kenne ich eine Person, die sich bewusst gegen ein Smartphone entschieden hat. Zu diesem Thema habe ich Luise (21J.) befragt und mir eine Vorstellung davon verschafft, wie man ohne Smartphone in dieser Gesellschaft lebt.

Luise hat sich nach Beginn ihres Studiums dazu entschlossen, smartphone-frei zu leben. Sie hat gemerkt, dass sie das Handy permanent bei sich trug und immer das Gefühl hatte, ständig erreichbar zu sein. Das Handy nimmt einen Großteil deines Lebens ein, da du durchgehend online bist. Ohne es bewusst wahrzunehmen, zieht das Handy einen roten Faden der Ablenkung durch dein Leben. Für viele Leute gehört es einfach dazu, aber Luise wollte so nicht mehr weiter machen. Als sie aufgehört hat, ihr Smartphone zu benutzen, hat sich ihr Leben sehr verändert. Luise beschreibt weiter, wenn man zum Beispiel in einer fremden Stadt durch die Straßen geht und eine bestimmte Adresse oder einen bestimmten Platz sucht, startet man als erstes Google Maps und das Handy navigiert dich dort hin. Natürlich ist es einfach, aber dann gehst du durch diese Stadt und schaust nur auf dein Handy. Luise spricht ein paar Leute an, informiert sich nach dem Stadtplan und findet auch so die Adresse. Jedoch hat sie nun dabei neue Leute kennengelernt und mehr von der Stadt gesehen. „Ich war ein Tourist in meinem eigenen Land, und das war irgendwie total schön."

Hast du dir mal überlegt, wie viel Zeit du am Tag damit verbringst auf dein Handy zu schauen? Und was würdest du in dieser Zeit machen, hättest du kein Handy? Luise ist z.B. viel kreativer geworden. Überall wo sie hingeht, nimmt sie ein kleines Notizbuch mit und zeichnet oder schreibt etwas. Dies ist etwas, was sie vorher nie gemacht hat. Sie nimmt die Leute, mit denen sie redet, viel intensiver wahr und ist generell viel konzentrierter.
Ich selbst kann mir auch vorstellen, dass man sich auf vieles mehr konzentrieren kann und auch nicht so gestresst ist, wenn man nicht immer erreichbar ist.
Aber natürlich gibt es auch viele Menschen, die immer erreichbar sein müssen aufgrund ihres Berufes oder sonstigem. Dennoch, so meint Luise weiter, dass unsere Denkstruktur durch diesen Smartphone-Konsum so stark beeinflusst wird, dass wir teilweise gar kein eigenes Bild mehr von uns selbst oder der Welt haben. So vieles wird nach ,,Instagram-Style'' perfektioniert. Ob es Essen ist, was serviert wird oder auch Kunst in Museen. Wir sehen auf Instagram etc. nur die Perfektion, z.B. den perfekten Körper oder das perfekte Aussehen, einfach das perfekte Leben eines jeden Bloggers oder Models. Doch, dass das zum großen Teil nur Schein ist, wird einem meistens gar nicht so bewusst.

Nun kann man sich die Frage stellen, ob man wirklich die begrenzte Zeit, die man im Leben hat, damit verbringen will, gefühlte 90% des Tages auf sein Display zu schauen oder vielleicht doch lieber einige Stunden das Smartphone aus der Hand legt, um die Welt um sich herum wieder etwas bewusster wahrzunehmen.
Paula Macco

 
Dieser Eintrag hat bisher keine Kommentare

Kommentar schreiben

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert