Oft unterschätzt:

Wie anstrengend ist Golf wirklich?

Wie anstrengend ist Golf wirklich?
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Von Lea Vanessa Heinze, 9b, Gymnasium Altenholz

Morgens, direkt nach dem Sonnenaufgang, ist schon viel Betrieb im Golfclub Kitzeberg. Während die meisten noch schlafen, schwitzen die Ersten schon auf dem Golfplatz. Obwohl es viele nicht glauben ist Golf ein wahnsinnig komplexer Sport.

„Golf besteht nicht nur daraus einen Ball möglichst weit zu schlagen.“, sagt der 16-jährige Sebastian, der früher einmal im Golfclub Kitzeberg Mitglied war. „Es gehört viel mehr dazu, deswegen ist es auch ein sehr Freizeit füllender Sport.“ Vor allem die Konzentration und der Schwung spielen eine große Rolle. „Am Anfang hatte ich oft Rückenschmerzen, da ich zu viel auf meine Kraft gesetzt habe und nicht mit dem ganzen Körper mitgeschwungen bin. Das hat sich aber nach ein bisschen Übung und Zeit gelegt.“
Auch an der Konzentration musste Sebastian viel arbeiten. So wie die meisten unterschätze er wie wichtig diese ist und wie viel Zeit man doch braucht und
sich auch nehmen sollte. „Ich verhaute oft ein Ball nach dem anderen und im Nachhinein ärgere ich mich, wie viel Zeit ich damit eigentlich verschwendet
habe.“, sagt er lachend. Er hat gelernt geduldig zu sein und sich vor jedem Abschlag  die Zeit zu nehmen, um sich zu sammeln, denn das ist das was einen guten Golfer ausmacht. „Neben dem Schulstress und allgemein der Schule, war es schwierig immer einen kühlen Kopf zu bewahren. Oft ist man einfach woanders mit seinen Gedanken und bringt dann nicht die Leistung, die man gerne bringen würde.“, sagt er und begründete so auch seinen Ausstieg aus dem Golfsport. „Ich hatte selten Tage wo alles geklappt hat. Ich kann mir gut vorstellen, dass viele verzweifeln, weil sie sich fragen wieso sie den einen Tag so gut spielen und am  anderen total „versagen“. Aber leider ist das so und man muss es akzeptieren.“ Das trotzdem so viele den Sport betreiben liegt an der Ruhe, der Nähe zur Natur und natürlich auch der Gesundheit zu liebe. „Viele denken, dass so viele alte Leute nur Golf spielen, weil sie mehr Geld als die Jungen haben. Doch die meisten Sportarten gehen auf das Herz und auf den Kreislauf, was einem vor allem im Alter zu schaffen macht. Golf hingegen fördert sowohl das Herz als auch den Kreislauf und verbraucht die Spieler somit nicht so schnell.“ Also gibt Golf den meisten das was sie wollen:
Gesundheit, Muskeln und nicht zu vergessen die Ausdauer. „Vielen wird durch Filme, in denen nur mit Golf Carts herum gefahren wird, ein falsches Bild
vermittelt. Kaum jemand fährt letztendlich damit, weil man ersten oft nur auf den eigentlichen Wegen damit fahren darf, zweitens es sich meistens für den
Preis gar nicht lohnt und drittens weil man gefühlt alle drei Meter wieder aussteigen muss.“ Im Schnitt läuft also ein Golfer vier bis sechs Stunden über
den Platz und legt dabei bis zu 10 Kilometern zurück. „Teilweise war ich nach einer Golfrunde mit 18 Löchern so kaputt, dass ich es bisher mit nichts anderem Vergleichen kann. Im Sommer ist es am schlimmsten, wenn man bei 30°C, zwischen Bremsen und Fliegen, spielen muss. Man versucht dann erst recht möglichst früh zu spielen, aber auf die Idee kommen natürlich auch andere.“ sagt Sebastian schmunzelnd und schwitzt bei dem Gedanken schon fast wieder. „Immer wieder muss man sich von Leuten, die keine Ahnung haben anhören, dass Golf nicht anstrengend sei. Bis ich selber angefangen habe, hätte ich sogar noch zugestimmt, aber jetzt weiß ich wie es wirklich ist.“                                                                                   

Ihm und ab jetzt auch mir, kann keiner mehr vormachen, dass Golf nicht anstrengend ist.


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1 Kommentar

Yvonne Rommel
17.11.2016 09:15
Toller Artikel! Endlich mal ein Lob für diesen Sport!

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