Interview mit Christian Sprenger

Ein total netter Rechtsaußen

Ein total netter Rechtsaußen
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Christian Sprenger (33), Rechtsaußen beim THW-Kiel und dienstältestes Zebra, gewann zweimal die Championsleague, fünfmal die deutschen Meisterschaften und dreimal den DHB-Pokal. Für das MISCH-Projekt der Kieler Nachrichten hat er sich Zeit genommen, um mit uns ein Interview zu führen.


Wie sind Sie zum Handball gekommen?

Tatsächlich über eine Schul-AG. Ich war damals bei einem Schwimmverein und hab nebenbei Judo trainiert und es haben ein paar Leute gefehlt bei einer Handball-Schulmeisterschaft( Realschule gegen Gymnasium) und bin darüber dann halt zum Handball gekommen . Es hat ziemlich viel Spaß gemacht. Dann ging das halt so weiter. Es war ein Trainer dabei. Der hieß Martin Leuendorf. Der hat mich dann danach gefragt, ob ich nicht Lust hätte jeden Dienstag- oder Mittwochnachmittags zu ihm zum Training zu kommen, um dann Handball zu spielen. Erst war ich dann auch richtig schlecht. Alle waren viel besser als ich und danach hat er mich erst mal wieder weggeschickt um mich danach ein halbes Jahr später wieder dazuzuholen.

Und warum?

Es gab zwei Trainingsgruppen. Die bessere, da war er Trainer und so eine Art B-Mannschaft. Einmal im Monat haben die gegeneinander gespielt. Und irgendwann war es dann soweit, dass er wollte, dass ich wieder bei ihm trainiere.

Und so sind sie dann auch zum Profihandballer geworden?

So einfach ist es nicht. Ich hab mich dann über diese Mannschaft, die hieß damals SG Ludwigsfelde, über diverse Landesauswahlmannschaften/Regionalauswahlmannschaften in ein Sichtfeld von Sportschulen gespielt. Dann kam damals die Sportschule Cottbus und hat mich gefragt, ob ich nicht Interesse hätte dahin zu wechseln und mit der Jugendmannschaft zu trainieren und auch mal in der 2. Bundesliga zu spielen. Dort gefiel es mir gar nicht. Dann schlug mir mein Trainer vor, es in Magdeburg zu versuchen. Zu meiner Zeit war das so, wenn man im Jugendhandball von den Magdeburgern gesprochen hat, war dass eine ganz andere Liga. Die haben immer um die Meisterschaft gespielt und wir vielleicht um die
Landesmeisterschaft. Auf jeden Fall hat das dann geklappt mit Magdeburg und die haben mich angenommen. Das hatte ich ganz viel Glück. man muss immer zur richtigen zeit am richtigen Ort sein und auch mit den richtigen Leuten zusammen sein.

Was sind die Vorteile des Lebens als Profisportler?

Wir dürfen mit dem, was wir gerne machen unser Geld verdienen. Und wenn man sich nicht ganz doof anstellt, kann man sich auch eine gute Zukunft sichern.(lacht)

Und was sind die Nachteile?

Man hat ein total fremdbestimmtes Leben. Einem wird vorgeschrieben, wann man isst, was man anzieht und wann man schlafen geht. Man ist sehr viel unterwegs, aber es ist toll, die vielen verschiedenen Länder zu sehen.

Was machen sie in Ihrer Freizeit am liebsten?

Es ist ja so, dass wir maximal zweimal Training am Tag haben, so ca. 90-120 min. Außerdem muss man noch die Zeit, die man für das Fahren und Bandagieren aufwendet hinzufügen. Danach ist es meistens Nachmittag. Ansonsten habe ich auch noch einige berufliche Termine, gefolgt von dem zweiten Training. Neben dem Handballfeld, bin ich gerade am Hausbauen. In meiner Freizeit treffe ich mich gerne mit Freunden und gucke Fernsehen.

Gibt es eine Person, die Sie sehr schätzen?

Ich schätze meine Freunde sehr. Auch dafür, dass sie in den 15 Jahren Bundesliga, die nicht immer ganz einfach waren, zu mir gehalten und mich unterstützt haben.

Was war der glücklichste Moment in Ihrer Karriere?

Den glücklichsten Moment hatte ich, als ich im ersten Spiel nach meiner Sprunggelenkverletzung im September 2006 wieder spielen konnte. Ärzte hatten mir gesagt, ich könnte nach dem Zusammenstoß mit Filip Jicha nie wieder spielen.

Wenn Sie die Zeit zurückdrehen könnten, würden Sie etwas anders machen? Und wenn ja, was wäre das?

Nein, ich würde nichts anders machen.

Wo sehen Sie sich in fünf Jahren?

In fünf Jahren sehe ich mich in einem schönen Sommerurlaub in New York.


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