Arbeit mit Trauer, Freude und besonderen Bedingungen

Hannah Krause 11. November 2020
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Das eigene Zuhause sieht mit ein paar Blumen doch gleich viel lebendiger aus. Vor allem jetzt, wo es bald wieder mit der Adventszeit losgeht, ist es nie verkehrt, einen kleinen Abstecher in einen Blumenladen zu machen. Hannah M. ( 25 ) ist sogar noch einen Schritt weiter gegangen und hat sich für den Beruf als Floristin entschieden. Sie hat die drei Jahre lange Ausbildung bereits hinter sich und arbeitet derzeit Vollzeit bei Blumen-Jörs in Klausdorf. Was es überhaupt für sie bedeutet, Floristin zu sein und viele weitere Fragen, habe ich ihr in einem Interview gestellt.

Wie sind Sie auf den Beruf Floristin gekommen?
Bei mir war das so, dass ich schon damals in der Schule wusste, dass ich Floristin werden möchte. Durch die Praktika konnte ich einen guten Eindruck von dem Beruf bekommen.

Was heißt es, eine Floristin zu sein?
Puh, gute Frage... Floristin zu sein ist ein schöner Beruf. Man hat den ganzen Tag Blumen um sich herum, bedient Kunden und geht auf deren Wünsche ein. Es ist einfach toll, kreativ sein zu dürfen.

Würden Sie sagen, dass man besondere Eigenschaften oder Interessen braucht, um diesen Beruf ergreifen zu können?
Ich würde sagen, dass man Interesse dafür haben sollte und einen Bezug zu Blumen.

Gibt es auch negative Seiten des Berufes?
Für mich persönlich ist es negativ, sonntags arbeiten zu müssen, aber nicht jeder Blumenladen hat an Sonntagen geöffnet. Viele sind auch abgeschreckt von den Arbeitszeiten an sich, aber sonst gibt es nichts Negatives.

Wie läuft ein normaler Arbeitstag ab?
Um 8 Uhr morgens öffnet unser Laden. Wir sind meistens schon ein bisschen früher da, dadurch, dass wir die Pflanzen, die für draußen sind, vor dem Laden platzieren müssen. Wenn das erledigt ist, werden die Schnittblumen in den Vasen frisch gemacht, das bedeutet frisches Wasser und ein neuer Anschnitt. Danach werden die Sträuße für den Laden aufgefrischt, wenn es allerdings nicht mehr so viele sind, machen wir neue dazu.Zwischendurch bedient man Kunden, hält oftmals einen kleinen Smalltalk mit ihnen und wenn es mal sein muss, packen wir Pflanzen schön ein, oder bepflanzen Schalen. Am Ende des Tages werden die Pflanzen von draußen wieder hereingeräumt.

Wie kommen die Pflanzen zu Ihnen in den Laden?
Da gibt es verschiedene Möglichkeiten. Für Topfpflanzen kann man nach Gönnebek fahren, dort gibt es einen Großmarkt für Floristik und Floristikbedarf. Für Schnittblumen kommt zweimal die Woche ein Händler mit einem LKW vorgefahren, wo wir uns dann die Schnittblumen aussuchen können. Außerdem fahren wir zweimal die Woche zu einem Großhändler für Schnittblumen und kaufen da ein. Die letzte Möglichkeit ist es, über das Internet zu bestellen. Man bekommt verschiedene Angebote von Schnittblumen bis zu Topfpflanzen und Übertöpfen. Hier kann man am Sonntag, am Dienstag und am Donnerstags bestellen. Die Ware braucht dann zwei Tage, bis sie bei uns im Laden ist, da sie direkt aus Holland kommt.

Gibt es für Sie Highlights oder Besonderheiten?
Bei uns gibt es eigentlich jedes Jahr eine Adventsausstellung, die dieses Jahr leider, das erste Mal, wegen Corona ausfällt. Diese Ausstellung ist immer ein Highlight. Sie ist zwar mit viel Arbeit verbunden, aber es bringt viel Spaß. Wir versuchen immer ein paar besondere Adventsstücke zu haben. Abgesehen von der Weihnachtszeit ist eine Hochzeit auch immer etwas Besonderes.

Welche Auswirkungen hat das Coronavirus?
Was auffällt ist, dass die Preise gestiegen sind, was daran liegt, dass die Blumenläden im Frühjahr geschlossen hatten und in Holland viele Blumen geschreddert wurden. Viele Hochzeitsfeiern im größeren Stil sind weggefallen, was für alle Betroffenen ärgerlich ist.

Gibt es besondere Regeln aufgrund des Virus im Laden?
Ja gibt es, es dürfen nur zwei Kunden zur gleichen Zeit im Laden sein. Mehr geht nämlich leider nicht, weil man sonst den Mindestabstand nicht einhalten kann. Wir haben im Eingangsbereich Desinfektionsmittel stehen für die Kunden und für uns selbst haben wir auch welches. Außerdem gilt es sowohl für die Kunden, als auch für die Mitarbeiter eine Maskenpflicht.

 
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