„Jetzt nicht wegschauen“

Nadine Gabriel, Gymnasium Lütjenburg, WPU 17. November 2020
© Photo: WFP/Mohammed Sami
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Jedes Jahr am 10. Dezember wird in Oslo der Friedensnobelpreis verliehen. Um 11:06 Uhr verkündete dieses Jahr Berit Reiss- Anderson, die Vorsitzende des Komitees, dass der Friedensnobelpreis 2020 an das international bekannte „Welternährungsprogramm“ (WFP) der Vereinten Nationen geht. Damit setze sich die Organisation gegen Favoriten wie Climate Change mit, Greta Thunberg, durch. Die Vorsitzende dankte der Organisation in ihrer Rede: „(…) für ihre Bemühungen zur Bekämpfung des Hungers, für ihren Beitrag zur Verbesserung der Bedingungen für den Frieden in den von Konflikten betroffenen Gebieten und dafür, dass sie als treibende Kraft bei den Bemühungen um die Verhinderung des Einsatzes von Hunger als Kriegs- und Konfliktwaffe fungiert“. „Die Organisation sei nicht nur lebensrettend, sondern auch friedensstiftend“, betonte Frau Andersen in ihrer Rede.

1961 war das Welternährungsprogramm durch den US-Präsidenten Dwight Eisenhower gegründet worden, um Ernährungshilfe durch die Vereinten Nationen zu leisten. Im Laufe der Jahre wurde das Programm zur weltweit führenden Hilfsorganisation im Kampf gegen den weltweiten Hunger, die Armut, den Klimawandel und die Ungleichheit. In Kriegssituationen, nach Naturkatastrophen oder in den von Armut geplagten Ländern schaut die Hilfeorganisation nicht weg, sondern unterstützt die Betroffenen direkt vor Ort, indem sie durch Spenden Lebensmittel, Medikamente, Geld z.B. für den Brunnenbau und Anderes finanziert und liefert. Finanziell wird das Programm insbesondere durch verschiedene Länder und institutionelle Geldgeber unterstützt, aber private Spenden sind eine wichtige Einnahmequelle.

2019 war Deutschland direkt nach Amerika der zweitgrößte Geldgeber. Von den mehr als 15 000 Mitarbeitern und freiwilligen Helfern der Organisation leisten über 90 Prozent direkt in den betroffenen Regionen physische sowie psychische Hilfe, obwohl es dort oft sehr gefährlich ist.

In der Reaktion auf die Vergabe des Nobelpreises appelliert David Beasley, der Leiter der Organisation an die Mitmenschlichkeit und Solidarität unter den Menschen: “We can not forget our neighbour (…) I believe what the committee have done today is to give recognition to the fact that we can’t ignore the poor, the needy and the vulnerable that are suffering around the world”.

(„Wir dürfen unsere Nachbarn nicht vergessen (…) Ich glaube, was der Ausschuss heute getan hat, ist die Anerkennung der Tatsache, dass wir die Armen, Bedürftigen und Schwachen, die auf der ganzen Welt leiden, nicht ignorieren können"). Er führt weiterhin aus, dass die Verantwortung für die Ausrottung des Hungers bei "jedem Führer auf dem Planeten" liegt und dass "die Menschen schockiert sein würden, wie viel Unterschied es machen könnte, wenn man sich nur kümmert".

Für die Welthungerhilfe sind jeden Tag über 5.600 Lastwagen, 30 Frachtschiffe und etwa 100 Flugzeuge im Einsatz. Auch in der Coronakrise steht die Organisation den Menschen „ (…) mit langjähriger Erfahrung und umfangreichem Fachwissen in den Bereichen Nothilfe, Logistik und Lieferketten, Notfall-Telekommunikation, Ernährung und anderen Schlüsselbereichen (…)“ bei.

Eines der aktuellen Projekte der Organisation besteht z.B. darin, den Menschen im Jemen zu helfen. Noch nie hat der Hunger im Jemen ein solch starkes Ausmaß erreicht. 2020 plant die WFP, in diesem Land 13 Millionen Menschen mit vollen Notrationen zu unterstützen. Um die Menschen jedoch weiterhin unterstützen zu können, benötigt die Organisation „dringend über 500 Millionen US-Dollar, um die Ernährungshilfe bis März 2021 nicht unterbrechen zu müssen“. Weitere Projekte sind zum Beispiel die Lebensmittel- und Geldverteilung im Südsudan. Mit ungefähr 36 Millionen Euro versucht die Organisation dort über fünf Millionen Menschen, die durch die Folgen des Bürgerkrieges auf humanitäre Hilfe angewiesen sind, zu unterstützen. Viele weitere Projekte sind auf der Internetseite der Organisation zu finden.

Das WFP hat sich zum Ziel gesetzt, „ bis 2030 für alle Menschen den Zugang zu Nahrungsmitteln zu sichern, die Ernährung zu verbessern und den Hunger zu beenden“. „Konkret orientiert sich der strategische Plan an den Zielen für nachhaltige Entwicklung.“ Damit die Organisation weiterhin den Menschen auf dieser Welt helfen kann, ist es wichtig, sie dabei zu unterstützen, indem zum Beispiel Geld gespendet wird, oder wir alle unsere Mitmenschen über die schlimmen Situationen in manchen Ländern aufklären.

 
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