Schweben über der Förde

Max Ole Rudnicki 20. November 2020
© Privatfoto
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Wenn man in Kitzeberg bei über 4 Windstärken am Strand ist, wird man sie sehen: Wingfoiler. Der neue Wassersport, welcher praktisch ein Ersatz fürs Windsurfen bei weniger Wind ist, erfreut sich immer größerer Beliebtheit unter Wassersportlern.

Beim Wingfoilen steht man auf einem kleinem Brett, unter dem ein sogenanntes Foil montiert wird. Es hat eine bestimmte Form, die man mit der eines Flugzeuges vergleichen kann, denn das Wasser im Gegenstrom drückt das Foil samt Board nach oben.

Außerdem hat man einen Wing in der Hand, eine Art Flügel, der wie ein Segel funktioniert. Während des Foilens hat man keinen Widerstand, da das Wasser das Board nicht berührt.

Durch eine Hoch–Runter Bewegung des Wings und gleichzeitige Drückbewegungen mit Beinkraft, bringt man noch extra Schubkraft und Geschwindigkeit ins Board, meist der entscheidende Moment, um ins Schweben zu kommen.

Klaas Voget, Profiwindsurfer und Wingfoiler aus Kiel, zum Wingfoilen:

Max: Wieso macht es Spaß zu Wingfoilen?
Klaas Voget: Wingfoilen ist ein Sport mit wahnsinnigem Suchtpotenzial! Das Gefühl auf einem Hydrofoil über das Wasser zu fliegen ist mit wenig zu vergleichen. Der Wing als Antrieb bietet dabei sehr viel Freiheit für Manöver und der Sport ist sowohl auf Flachwasser als auch in den Wellen spannend.
Max: Kann man Wingfoilen schnell lernen?
Klaas Voget: Der Lernfortschritt hängt sehr von den Vorkenntnissen in anderen Wassersportarten ab. Wer schon Windsurfen kann, oder sogar schon mal mit einem Hydrofoil unterwegs war, der wird sehr viel schneller auch mit dem Wing Fortschritte machen als jemand, der keine Vorkenntnisse im Wassersport hat. Ich habe aber auch schon Leute ohne diese Vorkenntnisse gesehen, die in nur wenigen Tagen schon auf dem Foil unterwegs waren.
Max: Kann Wingfoilen gefährlich werden?
Klaas Voget: Die größte Gefahr ist der Kontakt mit dem Foil. Wer nicht aufpasst, kann sich daran stoßen und auch verletzen. Insgesamt passiert allerdings recht wenig bisher. Zum besseren Schutz sind zumindest am Anfang eine Prallweste und ein Helm zu empfehlen.
Max: Wo kann man am besten Wingfoilen?
Klaas Voget: Wingfoilen kann man überall wo die Wassertiefe ausreichend ist und wo Wassersport nicht verboten ist. Im Idealfall sollte man auf einem See beginnen, denn Wellen erschweren den Einstieg erheblich.
Max: Ist es ein aufwändiger Sport?
Klaas Voget: Wie die meisten Wassersportarten ist der Materialaufwand ein anfängliches Investment. Zudem braucht man meistens ein Fahrzeug, um ans Wasser zu kommen. Da es viele geeignete Reviere gibt, hält sich die Fahrzeit jedoch meist in Grenzen. Hier in Kiel sind wir ja immer schnell am Wasser.
Max: Wieviel Wind braucht man?
Klaas Voget: Ich komme bei etwa 3 Windstärken schon los, allerdings braucht es bei so wenig Wind schon etwas mehr Fahrtechnik. Für die meisten beginnt der Spaß bei etwa 4 Windstärken und mehr.
Max: Ist die Ausrüstung teuer?
Klaas Voget: Eine komplette Ausrüstung mit Board, Foil und Wing kostet zusammen etwa 3000€. Die Preisspanne geht hier aber je nach Hersteller und Material (Glasfaser vs. Kohlefaser bzw. Aluminium- vs. Carbonfoil) weit auseinander, man kann also auch mit 1500€ starten (auf dem Gebrauchtmarkt auch noch darunter) und auch über 5000€ ausgeben im Surfladen.

 
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