Was macht dieser graue Klotz da eigentlich?

Paul Kolberg und Bruno Zähringer, Gym Ahz 9d 12. November 2020 1 Kommentar(e)
© Paul Kolberg
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Kiel. Man fährt so oft an ihm vorbei, doch weiß nicht, was er dort überhaupt soll. Seit 20 Jahren arbeitet Jens Rönnau mit seinem Verein Mahnmal Kilian in dem Flandernbunker. Sie renovieren den Flandernbunker seit 2001 und sind auch schon sehr weit gekommen.


1995 wurde der Verein Mahnmal Kilian gegründet, um den Erhalt der denkmalgeschützten Ruine des U-Bootbunkers Kilian am Kieler Ostufer zu unterstützen und sie zur Vermittlung der Kieler NS-Geschichte zu nutzen. Diesen Kampf haben sie aber nicht gewonnen, da der U-Boot Bunker Kilian gesprengt wurde. Dann aber ersteigerte der Verein 2001 für 30.000 DM den Flandernbunker am Marinestützpunkt. Dieser war jedoch in einzelne Teile zerfallen wegen Bomben usw., Heimstätte von Obdachlosen und mit Graffiti übersät. Sie mussten ihn also erst wiederaufbauen, doch die Graffitis ließen sie dran, um auch diesen Teil der Geschichte des Bunkers zu erhalten. Der Verein Mahnmal Kilian ist, was das Bauen angeht, schon sehr weit gekommen und ist mit der Renovierung schon fast fertig. Aber Jens Rönnau erklärt uns:

„Die Vermittlung der Geschichte des zweiten Weltkrieges wird niemals enden."

Aktuelle Ereignisse wie die Corona-Pandemie haben die Arbeit des Vereins sehr eingeschränkt, da sie zwei Monate schließen mussten und so auch keine Schulklassen oder andere Personen kommen konnten. Seitdem renoviert der Verein ihn, hält Vorträge, macht Diskussionsveranstaltungen, Film und Theatervorführungen und vieles mehr. Der Verein hat auch einige Ausstellungen gestartet wie z.B. die aktuelle Kunstausstellung „War mein Opa Nazi?" oder die Ausstellung „Nawodo". Diese lief zuerst vom 1. September bis zum 31. Dezember 2019 und wurde dann 2020 bis 2021 verlängert, da diese bisher sehr gut ankam, weil sehr viele Leute vorbeikamen. Das Ziel mit der Ausstellung ist, dass man kritikfähig wird, selbst über etwas nachdenkt, sachlich bleibt und andere Meinungen zulässt. Mehrere Ausstellungen konnten erstmals nicht stattfinden, da wir bereits einen zweiten Lockdown haben.
Heute dient der Flandernbunker als Ausgangspunkt für anschaulichen Geschichtsunterricht, aber wie sein Name sagt, hat er einen ganz anderen Ursprung. Er wurde in den Jahren von 1943 und 1944 erbaut und bot mit seinen 2,5 Meter dicken Wänden und einer Deckenstärke von teilweise 4 Metern offiziell 750 Personen Schutz. Seinen Namen erhielt er durch das nebenan stehende Flanderndenkmal, das an die Gefallenen des Marinekorps Flandern im Ersten Weltkrieg erinnerte. Nach dem Krieg wurde der Bunker 1946 auf Anordnung des britischen Militärs eingesprengt und somit unbrauchbar gemacht. Ein Artikel der Kieler Nachrichten vom 13. Oktober 1950 machte darauf aufmerksam, dass der Flandernbunker zum Wohnraum umgebaut werden soll. Jedoch kam es anders, da er für das Polizei-Beschaffungsamt als Materiallager diente und später auch für die neu aufgebaute Marine. Schließlich wurde er aus dem Bundesbesitz ausgegliedert und in Privatbesitz verkauft.
Nun hat der Verein Mahnmal Kilian sogar schon Außenbeleuchtung am Bunker. Nun feiert der Verein ihr 25-jähriges Jubiläum und hofft, noch weitere Jahre die Geschichte des Bunkers aufzuklären und die Geschichte nicht vergessen lassen.

 

 
1 Kommentar(e)
  1. Ralf
    23. November 2020

    Sehr cool

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