Trotz des zweiten Weltkriegs einen schöne Kindheit?

Felina Schmidt-Bambach, 9e Gymnasium Altenholz 14. November 2021
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Der zweite Weltkrieg, ein Ereignis was für jeden von uns ein Begriff ist, vorallem für uns
Deutsche. Das Leben muss damals sehr grausam gewesen sein und mit schlimmen
Erfahrungen zusammenhängen. Wie war es für Kinder und Jugentliche in der Zeit, was für Erfahrungen hatten sie gemacht, wie viel bekamen sie von der Judenverfolgung mit, was hat man bei Bomben Angriffen gemacht und konnte man nach dem Krieg über die Grenzen? Um diese Fragen zu klären haben ich ein älteres Pärchen befragt, die dies selbst mit erlebt haben. Sie haben in Braunschweig und Kiel gelebt, wobei sie durch den Krieg auch oft umgezogen sind.

Wir starten mit dem zweiten Weltkrieg, der Alltag sah sehr unterschiedlich aus, je nach Alter und körperlichen Fähigkeiten. Ende 1944 beispielsweise wurden 15-16 Jährige in Neustadt&Leck einquartiert, dort schliefen sie anfangs erst auf Kegelbahnen und später in einer Turnhalle, auf Stroh. Tagsüber schaufelten die Jungs sogenannte Panzergräben und das bei jedem Wetter, da man Angst hatte, dass die Engländer über See kommen würden. Die Mädchen arbeiteten in der sogenannten kalten Küche und strichen Brote, wenn man Glück hatte, kannte man dort Mädchen, die einem extra Brote beiseitelegen und ungesehen zusteckten, da es nur wenig Essen zu der Zeit gab.

Aber wie wurde Hitler gesehen, der Juden verfolgte und in den Krieg stürmte? Nun, für
Jugendliche und Kinder war er kein grausamer und böser Mensch, denn es gab so viele
verschiedene Freizeitangebote, man sah nicht, welcher Mensch er wirklich war. Der eine der beiden meinte, als er er 10 Jahre alt war, also 1939 ging er eines Tages zur Schule und ein Mitschüler fehlte, man wusste nur das er in das Ausland gezogen sei, machte sich aber keine Gedanken, auch wenn jüdische Häuser und Geschäfte brannten, machte man sich keine Gedanken, dass das mit der Religion in Verbindung stehe. Man dachte sich, dass Häuser schon mal brennen könnten. Und selbst wenn man einen Verdacht gehabt hätte, dann hätte man nichts sagen dürfen, denn es gehörte sich nicht, Unruhe in die Gesellschaft zu bringen.
Außerdem wusste kaum einer von der Judenverfolgung, auch was in "Mein Kampf" stand, war für die meisten nicht von Bedeutung, da niemand dachte, dass er dies wirklich durchsetzten würde.

Der Krieg wird, je weiter man fortschreitet in der Forschung und in seinem Wissen, immer
brutaler, so gab es damals regelmäßig Bombenanschläge, die allermeistens in der Nacht passierten. Wenn einer der Wachposten einer Stadt also die Flugzeuge anfliegen sah, dann gingen die Sirenen der Stadt an und dann zog man sich schnell etwas Warmes über und ging in den Keller, da der Keller als sicherster Ort im Haus galt. In Kiel wurden auch Tunnel gebaut, in denen die Leute sicherer waren. Kurz bevor zwei Tunnel miteinander verbunden waren, gab es einen Bomben Angriff. Eine Bombe flog in den Eingang des einen Tunnels und fing dort an zu brennen. Da die Tunnel noch nicht verbunden waren und es nur einen Ausgang gab, erstickten die Leute, es waren ca. 50-100 Menschen, die, wenn man ebenfalls nah an Tunnel wohnte, oft kannte. In der ganzen Kriegszeit gab es eigentlich keine Familie, die nicht einen Bekannten oder mindestens ein Familienmitglied verlor. Wenn das Haus von einem brannte, dann versuchte man noch zu retten, was zu retten war und ging mit dem, was man hatte zu dem Amt. Dort wurde einem ein Zimmer vermittelt, oft musste man sein eigenes Haus mit wildfremden Leuten teilen, darüber war man oft nicht sehr froh.

Die Nahrungsknappheit war auch ein großes Thema im alltäglichen Leben, vor allem in der Kriegszeit, aber auch nach dem Krieg: Man bekam pro Person Karten, die für jeden gleich waren, egal ob man ein kleines Mädchen oder großer Mann war. Jede Person bekam also pro Tag 300g Kartoffeln, 200g Brot, 10 g Fett z.B. Butter, 30g Marmelade, 15g Fleisch oder weißen Hartkäse/ Magerquark, 10g Nährmittel z.B. Haferflocken, Grieß und 25g Zucker. Es war egal, wie viel Geld man hatte, man konnte sich nichts Zusätzlich kaufen, dafür waren nicht genug Lebensmittel vorhanden. Deshalb organisierte man sich Essen, man sammelte Brenneseln, Sauerampfer und Fallobst, das heißt, wenn man z.B. Apfel fand, die auf dem Boden lagen , dann waren diese freigeben. Wenn man aber erwischt wurde beim Fallobst machen, weil man an einem Baum rüttelte, dann musste man eine Strafe von 5 Mark, also ca. 2,50€ bezahlen, das klingt wenig, wenn man aber 4 Kinder zu Hause hat und einem nur 100Mark zur Verfügung stehen, dann ist das etwas anderes. Außerdem ging man nach der Ernte auf die Felder und suchte diese ab, nachdem der Bauer sie geerntet hatte. Eine andere Möglichkeit war, dass man zu dem Bauern ging und ihm Wertgegenstände wie Broschen oder PersischeTeppiche anbot und der Bauer gab einem dann Eier oder das, was er gerade da hatte. Ende des Krieges hatten die Bauern so viele Teppiche, das diese Reihenweise in den Kuställen hingen.

Die Grenzübergänge waren auch nach dem Krieg sehr gut bewacht, wenn man z.B. Großeltern sehen wollte musste man die Grenze ungesehen überqueren, dies war nicht
besonders leicht, da die Grenzen sehr gut bewacht waren von beiden Seiten. Oft nahm man deswegen seine Kinder mit, da vorallem die Russen sehr kinderfreundlich waren. Man fuhr also so weit es ging an die Grenze heran und hatte dann einen ca. 20 Stunden langen Marsch vor sich. Bei den Grenzen musste man schauen, dass man ungesehen rüberkam, wenn man doch entdeckt wurde, wurde man für ein paar Stunden in einem Keller eingesperrt und wenn man auf Toilette musste, ging man mit einem Wachmann raus und wurde bewacht und danach wieder runtergeführt. Nach ein paar Stunden konnte man dann wieder raus, man wurde zwar nach Hause geschickt, aber letzten Endes schaffte man es immer irgendwie über die Grenze. Oft mussten die Leute aber wieder zurück, da die Familien meinten, dass man seinen Hausstand nicht zurückließe, dies ist heute kaum verständlich war, aber damals so.

Doch trotz all dieser schlimmen Ereignisse und auch vielen Details, die hier mich genauer erläutert wurden, betonten die beiden, dass sie trotz alledem eine schöne Kindheit hatten, denn es gab Ausflüge mit Gruppen und die Freizeit. Diese Erlebnisse war immer mit Gemeinschaft und schönen Erfahrungen und Erinerungen verbunden.

 

 
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