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Fußball WM im Wüstenstaat- ist das gut?

Mathis Lorenzen 8d EBG 9. November 2022 1 Kommentar(e)

Ein Boykott der Fußball-Weltmeisterschaft ist weder eine zielführende Lösung für die Probleme der FIFA, noch bewirkt es bei Menschenrechtsfragen Verbesserung.


Die diesjährige Fußball-Weltmeisterschaft findet in dem Wüstenstaat Katar statt. Das Land ist kulturell wenig mit Fußball verbunden, ökologisch ist die WM eine Katasthrophe und wohl am wichtigsten: Die Menschenrechtssituation vor Ort ist extrem schlecht. Frauen, Homosexuelle, Regimekritiker und viele der ausländischen Arbeiter leben unter widrigsten Bedingungen. Es gibt weder unabhängige Berichterstattung, noch herrscht in diesem Land eine Demokratie. Viele Kritiker fordern deswegen den Boykott der WM.


Das ist nachvollziehbar, aber falsch. Sicherlich war es ein Fehler, die Austragung der Fußballweltmeisterschaft einem Verbrecherstaat wie Katar zu überlassen. Jetzt, wo aber die Austragung der WM nicht mehr zu verhindern ist, wo die Stadien schon gebaut und die Arbeiter schon gestorben sind, dem Land die Weltöffentlichkeit zu entziehen, wird die Probleme in keinem Fall lösen. Die Strategie Katars, sich zu einem Tourismusland zu entwickeln, ist eine langfristige. Also muss im Rahmen der Berichterstattung zur WM über die Probleme aufgeklärt werden, anstatt sie einfach zu ignorieren. Das ist der effektivste Weg, um zu verhindern, dass das Kalkül Katars aufgeht.


Grade jetzt, wo Deutschland, auf der Suche nach Ersatz für russisches Gas, Wirtschaftsbeziehungen zu Katar intensiviert, muss von unabhängigen Journalisten vor Ort berichtet werden, um nicht die Fehler aus der Russland-Politik zu wiederholen. Und welchen Kontext könnte es geben, der besser für Aufmerksamkeit sorgt als die WM? Es ist nicht sinnvoll, das Land sich selbst zu überlassen.


Durch die WM können sowohl die Fernsehsende,r die die Spiele übertragen, als auch Kneipenbesitzer, die die WM bei sich anzeigen, sowie Public-Viewing Veranstalter viel Geld einnehmen. Das ist grade in dieser Lage wichtig, in der die Kneipen vor Kurzem erst die Corona-Pandemie überstehen mussten. Alle diese Profite gehen durch den Boykott verloren.


Und zu guter Letz, sicher ein Punkt, der wohl die meisten bewegen würde: die Freude am Turnier. Viele Fußballfans haben lange auf die Weltmeisterschaft hingefiebert, vor der WM ist, wie jedes Mal, die Vorfreude groß. Fußball ist fest in der Kultur dieses Landes verankert und die großen Turniere vergleichbar mit Volksfesten.


Zusammenfassend kann man also sagen: Es war falsch, die WM an Katar zu übergeben, allerdings kann ein Boykott die Lage vor Ort nicht verändern. Also sollte keinem Fußballfan durch diese Lage der Spaß am Turnier verdorben werden und durch das Anschaue, kann man sogar nebenbei die Wirtschaft stärken.

 
1 Kommentar(e)
  1. Promedia Maassen
    18. November 2022

    Hallo Matthis, vielen Dank für deinen Beitrag zur WM. Du hast deine Meinung gut erläutert. Wir sind gespannt, wie sich das alles weiter entwickeln wird und hoffen, dass sich durch die Aufmerksamkeit nun bald etwas ändert. Liebe Grüße Das MiSch-Projektteam Carina und Kerstin

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