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Schutz für das Wappentier

Ingrid 9a Gymnasium Altenholz 18. November 2022
© FOTO: Ingrid Benthin

Die Bäume am Rand einer kleinen Straße im Hans-Christian-Andersen-Weg sind herbstlich gefärbt. Ihre Blätter liegen zusammengefegt auf dem feuchten Boden. Ein schmaler Weg führt mich zu einem Ort, der auf dem ersten Blick, wie ein kleiner Garten aussieht. Das Grundstück ist von Bäumen umgeben und in manchen von ihnen sind Vogelkästen gehängt. Ein paar Gartenhäuschen stehen weiter hinten. Die Stimmung scheint recht friedlich. Das Tiergehege in der Mitte von all dem verrät allerdings, dass es hier mehr zu sehen gibt. Das Rauschen der Straße ist nicht zu überhören, doch wer genau lauscht, kann ein leises Rascheln wahrnehmen. In den zahlreichen Bäumen und Büschen hinter dem Gitter des Geheges sieht man kleine Tierchen flitzen. Hier leben die kleinen hektischen Bewohner der Eichhörnchenschutzstation in Eckernförde.

Die Station, die 2006 gegründet wurde, gehört zum Umweltzentrum ganz in der Nähe. Auch ist sie hier in Eckernförde, da das Eichhörnchen auf dem Wappen des Ortes zusehen ist. Hier treffe ich Moni Rademacher, die Leiterin der Station. Gemeinsam geht es dann in ein kleines Holzhaus, indem allerlei Dinge herumstehen: Hier steht ein großes Regal, auf dem Boden und auf dem Kamin sammeln sich Kartons, die gefüllt sind mit Haselnüssen, an der Decke hängt getrockneter Mais für die Eichhörnchen und an der Wand sind Bilder der ehemaligen Dauergäste zu sehen.

Dauergäste sind Eichhörnchen, die aufgrund ihrer schweren Verletzungen nicht mehr in der Wildnis leben können.

Im letzten Jahr wurden fast 300 Eichhörnchen gefunden, die Hilfe brauchten. Zum Glück überleben die meisten. „Die Überlebensquote wird fast jedes Jahr schlechter", berichtet Rademacher, denn heute sterben fast 25% der verletzten Eichhörnchen, während es früher nur 15% waren. Besonders häufig leiden die Tiere unter Zahnfehlstellung und manchmal auch unter motorischen Problemen, was bedeutet, dass sie Bewegungsschwierigkeiten haben. Sollte man im Wald ein verletztes Eichhörnchen oder Jungtier finden, gilt, immer sofort die Station informieren.

Das Dauergehege ist mit 500m³ das größte Gehege. Es sieht fast schon ein wenig chaotisch aus, denn überall sind Bäume, Äste und Seile zum Klettern für die Eichhörnchen und an dem Gitter hängt ab und zu ein Stück Obst. Die Station ist gut besucht. Es kommen auch besonders gerne Kinder zum Gucken hierher.

Das Besuchen des Auswilderungsgeheges ist leider nicht erlaubt, da die Eichhörnchen von den Menschen entwöhnt werden sollen. Dort werden sie dann nach und nach immer scheuer. Lernen zu überleben müssen sie jedoch nicht. „Wir müssen ihnen gar nicht viel beibringen", so Rademacher. „Alles was sie wissen müssen, steckt schon von Anfang an in ihnen". Die meisten von ihnen können schon nach wenigen Wochen wieder in die Freiheit zurück. Wenn es dann so weit ist, öffnet sich eine Klappe in dem Gehege und die Tiere können selbst entscheiden, wann sie gehen wollen. Das wird hier „sanfte Auswilderung" genannt. „Die Auswilderung ist immer das Highlight" so schildert die Leiterin den Höhepunkt ihrer Arbeit.

Wer die Station gerne unterstützen möchte und nicht genug von den kleinen putzigen Tierchen bekommen kann, der kann auch ein Eichhörnchenpate werden. „Paten suchen sich einen Dauergast aus, den sie besonders cool finden", erklärt Rademacher. Diesem helfen sie dann mit Spenden. Doch auch normale Besucher können etwas tun. Futterspenden zum Beispiel werden immer gebraucht.

Bevor ich das Grundstück mit den Gartenhäuschen wieder verlasse, gucke ich mir noch einmal das Dauergehege an, indem die Eichhörnchen sich gegenseitig jagen. Doch man muss nicht unbedingt direkt vor der Schutzstation stehen, um ein Eichhörnchen zu Gesicht zu bekommen, es reicht auch in der waldigen Gegend nach freilebenden Tieren Ausschau zu halten, schließlich ist es ja das Wappentier von Eckernförde.

 
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